Kalenderblatt
18. Februar

Kalenderblatt zum 18. Februar

Das Kalenderblatt zum 18. Februar
“Der Goldene Ursprung im Feld des Werdens“
“The Golden Origin in the Field of Becoming”
“El Origen Dorado en el Campo del Devenir”

Acryl, Goldkarton und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

„Der Goldene Ursprung im Feld des Werdens“  ist der Schlüssel zu einem inneren Geschehen. Dieses Werk öffnet einen Raum, in dem nicht das Sichtbare im Vordergrund steht, sondern der Moment, in dem Sichtbarkeit überhaupt erst entsteht. Die vibrierende Dichte aus Purpur, Violett, glühendem Orange und tiefem Blau wirkt wie ein energetisches Urfeld, ein Raum voller Spannung, Reibung und schöpferischer Möglichkeit. Nichts hier ist dekorativ, nichts ist zufällig, alles trägt die Intensität eines Prozesses, der noch nicht abgeschlossen ist. Es ist das Feld des Werdens, roh und lebendig, durchzogen von Spuren innerer Bewegung.

Aus diesem vielschichtigen Raum erhebt sich der Goldene Ursprung, eine Form von stiller Autorität und unerschütterlicher Präsenz. Das Gold ist nicht bloß Farbe, sondern Bedeutungsträger: Essenz, Wahrheit und das Unverlierbare im Menschen. Die rhythmischen Wellenlinien in seinem Inneren wirken wie ein Puls, wie eine Frequenz, die aus einer tieferen Wirklichkeit stammt. Hier offenbart sich ein Zentrum, das nicht erschaffen wurde, sondern immer schon existierte, verborgen vielleicht, aber niemals verloren. Es ist der unberührbare Kern des Selbst, der inmitten aller Wandlung seine Integrität bewahrt.

Die aus dem goldenen Körper hervorgehende Spur wirkt wie eine energetische Verlängerung dieses Ursprungs, ein Strom, der das Unsichtbare mit dem Sichtbaren verbindet. Sie ist Ausdruck eines Übergangs, der Moment, in dem das Innere beginnt, sich zu zeigen, sich zu manifestieren, sich in die Welt einzuschreiben. Diese Verbindung ist keine Fluchtlinie, sondern eine Verankerung: Das Sein findet seinen Ausdruck im Werden.

So wird „Der Goldene Ursprung im Feld des Werdens“ zu einer visuellen Metapher für die tiefste menschliche Erfahrung: Dass inmitten von Bewegung, Unsicherheit und Transformation ein unverrückbarer Kern existiert. Ein Zentrum, das nicht vom Außen geformt wird, sondern das Außen formt. Dieses Bild erinnert daran, dass alles, was wir werden, aus dem hervorgeht, was wir im Innersten bereits sind. Es zeigt nicht nur einen schöpferischen Moment, es ist selbst ein Zeugnis des Ursprungs, der sich im Akt des Werdens offenbart.

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18. Februar

Faun und Flora kurz vor der Teestunde. Sie feiern das 900. Morgenbild

Kalenderblatt vom 18. Februar
“Faun und Flora kurz vor der Teestunde. Sie feiern das 900. Morgenbild”
“Faun and Flora shortly before teatime. They celebrate he 900th morning painting”
“Fauno y Flora poco antes de la hora de té. Celebran la pintura mañanera novocentesima”

Acryl, Acrylpaste, Quarzsand auf Acrylpapier ca. 21 x 15 cm

Dieses Bild ist ein Ereignis im Werden, ein vibrierender Zwischenzustand, in dem sich Natur und Mythos gegenseitig erkennen. Auf der linken Seite erhebt sich die Gestalt des Fauns, nicht als klare Figur, sondern als Andeutung eines Wesens, das mehr gespürt als gesehen wird. Sein Körper scheint aus dem Raum selbst hervorzuwachsen, in kühlen, erdigen Blautönen, die Tiefe, Erinnerung und archaische Ruhe verkörpern. Er ist nicht fest umrissen, sondern durchlässig,  als wäre er die Verkörperung der Zeit vor der Form, der Moment, bevor Materie entscheidet, Gestalt zu werden.

Ihm gegenüber entfaltet sich Flora in einer glühenden Präsenz aus Orange, Gold und Rot, ein pulsierendes Gegenüber, das nicht nur sichtbar ist, sondern strahlt. Ihre Erscheinung ist kein passives Sein, sondern ein Ausdruck reiner Lebenskraft, eine Expansion, ein Aufblühen. Die Strukturen ihres Körpers erinnern an Wurzeln, Adern und Flammen zugleich, als wäre sie das Prinzip des Wachsens selbst, die unaufhaltsame Bewegung des Lebens in seiner sinnlichsten Form. Zwischen beiden entsteht kein Konflikt, sondern ein Dialog der Urkräfte, ein Gleichgewicht aus Sammlung und Entfaltung, aus Innen und Außen, aus Stille und Ekstase.

Der Hintergrund in leuchtendem Gelb ist dabei weit mehr als eine Fläche, er ist Bewusstseinsraum, ein Feld der Möglichkeit, ein Morgen, der noch nicht entschieden ist, was er hervorbringen wird. Dieses Gelb trägt die Qualität von Erwartung, von Aufbruch und Versprechen, von einem Moment kurz vor der Manifestation. Die eingearbeiteten Materialien – Acrylpaste und Quarzsand – verleihen der Oberfläche eine physische Wahrheit, eine haptische Authentizität, die den Eindruck verstärkt, dass dieses Bild nicht gemalt, sondern freigelegt wurde, als hätte es immer schon existiert und nur darauf gewartet, sichtbar zu werden.

Der Titel selbst öffnet eine weitere Dimension: „kurz vor der Teestunde“ ist eine poetische Verschiebung, ein subtiler Hinweis darauf, dass selbst im Mythologischen das Alltägliche wohnt. Es ist der Augenblick zwischen Ritual und Gewöhnlichkeit, zwischen dem Heiligen und dem Vertrauten. Und das „900. Morgenbild“ trägt die Würde einer fortgesetzten Praxis, eines Weges, auf dem jeder Morgen nicht Wiederholung, sondern Vertiefung ist. Dieses Werk ist daher nicht nur ein Bild, sondern ein Zeugnis von Kontinuität, Hingabe und innerer Forschung.

Was hier sichtbar wird, ist letztlich die Begegnung zweier Prinzipien, die in jedem Menschen wohnen: das lauschende, erinnernde Selbst und das aufbrechende, lebendige Selbst. In ihrer Gegenüberstellung entsteht ein Raum der Erkenntnis, ein stilles Wissen darum, dass wir selbst immer gleichzeitig Faun und Flora sind, Wurzel und Bewegung, Ursprung und Entfaltung. Dieses Bild erinnert uns daran, dass jeder neue Morgen die Möglichkeit in sich trägt, diese beiden Kräfte in uns zu feiern und dass genau darin die wahre Lebendigkeit beginnt.

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