Kalenderblatt
9. Februar

Kalenderblatt 9. Februar

Das Kalenderblatt zum 9. Februar
“die Geschichte von Licht, das Wurzeln schlug”
“The Story of Light Taking Root”
“La historia de la luz que echó raíces”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Dieses Bild erzählt keine Szene, es öffnet einen Ursprung.
Die Geschichte von Licht, das Wurzeln schlug“ wirkt wie ein Moment kurz nach dem Beginn von allem, als das Leuchten noch nicht Himmel war, sondern Erde suchte. Im Zentrum glüht ein warmes, fast goldenes Licht, kein grelles Strahlen, sondern ein inneres Leuchten, das sich nicht ausbreitet, sondern einsinkt. Es will bleiben. Es will verbunden sein.

Die umgebenden Formen erinnern an Blattwerk, Lianen, wuchernde Bewegung,  doch nichts ist botanisch festgelegt. Der Dschungel hier ist kein Ort, sondern ein Zustand: lebendig, atmend, wach. Die dunkleren Grüntöne und erdigen Braunschichten rahmen das Licht wie eine schützende Umarmung. Natur erscheint nicht als Kulisse, sondern als handelndes Wesen, das dem Licht Raum gibt, es aufnimmt, es verankert.

Die Spuren der Acrylpaste verleihen dem Bild eine körperliche Präsenz. Man sieht nicht nur Farbe, man spürt Widerstand, Schichtung, Verdichtung. Das Licht musste sich seinen Platz erarbeiten, Schicht für Schicht, wie eine Wurzel, die sich durch Erde tastet. Genau darin liegt die emotionale Kraft des Werkes: Licht ist hier keine flüchtige Erscheinung, sondern eine Entscheidung.

Zwischen den warmen Gold- und Ockertönen und den dunkleren, fast geheimnisvollen Randzonen entsteht eine Spannung, die den Blick hält. Es ist die Spannung zwischen Sichtbarkeit und Verborgensein, zwischen dem Mut zu leuchten und der Notwendigkeit, sich einzuwurzeln. Dieses Bild spricht von Wachstum, das nicht laut ist. Von Transformation, die nicht explodiert, sondern reift.

Am Ende bleibt das Gefühl, dass man Zeuge von etwas Intimem geworden ist: einem stillen Akt der Verkörperung. Licht wird hier nicht gefeiert, es wird getragen. Und genau darin liegt seine Stärke.

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9. Februar

Pendel im Schmelztiegel

Kalenderblatt vom 9. Februar
“Pendel im Schmelztiegel”
“Pendular in the melting pot”
“Péndulo dentro del crisol”

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

„Pendel im Schmelztiegel“ ist kein Bild, das man einfach so betrachtet, es ist ein Vorgang, in den man hineingezogen wird. Schon im ersten Moment entfaltet sich eine vibrierende Spannung aus Bewegung, Verdichtung und innerem Druck, als würde hier etwas Altes aufbrechen, um einer neuen Ordnung Platz zu machen. Die Oberfläche wirkt wie ein geologisches Protokoll seelischer Prozesse: Schichten über Schichten, aufgetragen, verschoben, wieder freigelegt.

Die vertikalen Linien, klar und fast unerbittlich, erinnern an Pendelbewegungen zwischen Extremen, zwischen Kontrolle und Hingabe, Stabilität und Auflösung. Sie schneiden durch den Bildraum wie Zeitachsen, an denen sich das Erleben ausrichtet. Nichts steht still. Alles ist im Schwingen, im Aushandeln, im Übergang.

Die dreieckigen Formen setzen markante Akzente. Sie wirken wie Verdichtungen von Entscheidung, wie Kristallisationspunkte im Chaos. Nach unten gerichtet, erdend, beinahe archaisch, verkörpern sie Manifestation: Das, was aus dem Inneren heraus will, nimmt Form an. Sie geben dem Bild Halt, ohne es zu beruhigen. Denn Ruhe ist hier nicht das Ziel, Transformation ist es.

Farblich entfaltet sich ein alchemistischer Raum: Violett als Farbe des Übergangs und der geistigen Tiefe, Gelb als flackernde Erkenntnis, Rot als pulsierendes Leben, Grün als Ahnung von Erneuerung. Diese Farben stehen nicht nebeneinander, sie ringen miteinander, vermischen sich, reiben sich, überlagern sich. Genau darin liegt ihre Kraft. Der Schmelztiegel ist aktiv, heiß, unberechenbar, notwendig.

Die Acrylpaste verleiht dem Werk eine körperliche Präsenz. Das Bild hat Widerstand. Es lässt sich nicht glatt konsumieren. Es fordert den Blick, zwingt zur Langsamkeit, zur Berührung mit der eigenen inneren Bewegung. Hier wird nichts beschönigt, aber alles verwandelt.

„Pendel im Schmelztiegel“ spricht zu Menschen, die wissen, dass Wandlung kein sanfter Prozess ist, sondern ein mutiger. Dieses Bild erzählt von der Phase dazwischen, wenn Altes noch wirkt und Neues noch keine Sprache hat. Es ist ein visuelles Manifest für innere Reifung, für das Aushalten von Spannung, für das Vertrauen, dass aus der Hitze etwas Wahrhaftiges entsteht. Ein Bild wie ein Initiationsraum.

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