Kalenderblatt
18. September

Kalenderblatt 18. September

Das Kalenderblatt zum 18. September

„Die Alchemie des Morgens“
„The Dawn’s Hidden Alchemy“
La Alquimia del Alba

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

„Die Alchemie des Morgens“ zeigt keinen Sonnenaufgang im herkömmlichen Sinn. Das Bild führt in jenen unbestimmten Zwischenraum, in dem die Nacht ihre Geschlossenheit verliert und etwas Neues sichtbar zu werden beginnt.

Tiefe Blauflächen, gebrochenes Weiß und dunkle Spuren liegen übereinander, werden überdeckt, aufgerissen und wieder freigelegt. Aus dieser vielschichtigen Bildstruktur tritt eine gelb-goldene Bewegung hervor. Sie erscheint nicht wie ein von außen einfallendes Licht, sondern scheint aus der Tiefe des Bildes selbst zu entstehen.

Etwas beginnt sichtbar zu werden, ohne sich bereits ganz zu erkennen zu geben.

Gerade darin liegt die Spannung des Werkes. Der Morgen ist hier kein Zeitpunkt, sondern ein Vorgang der Verwandlung. Dunkelheit und Licht stehen sich nicht als Gegensätze gegenüber. Das Helle entsteht aus dem Dunklen, trägt dessen Spuren weiter und verändert es zugleich.

Die aufbrechenden gelben und goldenen Partien können dabei wie Zeichen einer anderen Wirklichkeit erscheinen. Doch sie bleiben offen. Sie benennen nichts, erklären nichts und führen zu keinem eindeutigen Ziel. Sie sind Erscheinung, Spur und Möglichkeit.

Darin liegt die alchemistische Idee des Bildes: Verwandlung geschieht nicht durch die Auslöschung des Dunklen, sondern aus ihm heraus. Das Verborgene muss nicht verschwinden, damit etwas Neues entstehen kann. Es wird Teil dessen, was sich verwandelt.

So wird der Morgen zu einem inneren Bild für jene Augenblicke, in denen etwas lange Ungreifbares erstmals Gestalt annimmt. Noch ist nicht entschieden, was daraus werden wird. Aber die bisherige Ordnung ist bereits aufgebrochen.

„Die Alchemie des Morgens“ erzählt deshalb weniger vom Beginn eines neuen Tages als vom geheimnisvollen Augenblick des Werdens.

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18. September

Sonnenuntergang auf dem Keilberg

Kalenderblatt vom 18. September
„Sonnenuntergang auf dem Keilberg“
„Sunset on the Keilberg“
„Puesta del sol al Keilberg“

Aquarell auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Der Keilberg erscheint in diesem Aquarell nicht als genau beschriebener Ort, sondern als Erinnerung an Landschaft. Dunkle, beinahe zeichenhafte Formen ziehen sich über den Horizont, während sich darüber ein weiter Himmel in Gelb, Rosa, Rot und gedämpftem Violett öffnet.

Das Licht des untergehenden Tages verändert die Landschaft. Konturen verlieren ihre Eindeutigkeit, Farben fließen ineinander, Nähe und Ferne beginnen sich aufzulösen. Der Himmel scheint die Landschaft für einen Augenblick aus ihrer alltäglichen Wirklichkeit herauszuheben.

Im Vordergrund ziehen sich Grün-, Braun- und Rottöne in schnellen, offenen Spuren durch das Bild. Sie geben der Erde Bewegung und führen den Blick hinauf zu jener dunklen Linie am Horizont, hinter der sich der Himmel beinahe grenzenlos ausbreitet. Die kleine markante Erhebung wird dabei zu einem stillen Gegenpol zur Weite des Lichts.

Gerade darin liegt die besondere Atmosphäre des Aquarells: Der Keilberg wird weniger dargestellt als empfunden. Die Landschaft bleibt erkennbar und entzieht sich zugleich. Sie wird zum Raum für Erinnerung, Stimmung und innere Bilder.

Der Sonnenuntergang ist dabei mehr als ein schönes Naturereignis. Er bezeichnet einen Übergang. Der Tag endet, aber das Licht ist noch gegenwärtig. Es verwandelt sich, zieht sich zurück und lässt die vertraute Welt für einen kurzen Moment fremd und geheimnisvoll erscheinen.

Auch spirituell lässt sich das Bild aus diesem Übergang heraus lesen. Licht und Dunkelheit sind keine Gegensätze, die einander ausschließen. Das eine geht aus dem anderen hervor. Im Verschwinden des Lichts kündigt sich bereits eine andere Wirklichkeit an, die noch nicht sichtbar geworden ist.

So wird die Landschaft zu einem inneren Ort: zwischen Festhalten und Loslassen, Erinnerung und Erwartung, Sichtbarem und Verborgenem.

Das Aquarell gibt darauf keine Antwort. Es hält vielmehr jenen flüchtigen Augenblick fest, in dem alles für einen Moment offen scheint.

Das Licht geht.
Doch etwas von ihm bleibt.

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