Kalenderblatt
6. August

Der Morgen nach dem Abend

Das Kalenderblatt zum 6. August
“Der Morgen nach dem Abend”

“The morning after the evening”
“La mañana despues de la tarde”
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Zwischen dem Vergehen und dem Werden öffnet sich ein Raum, den keine Uhr messen kann. „Der Morgen nach dem Abend“ erzählt von jenem stillen Augenblick, in dem das Vergangene bereits losgelassen wurde und das Neue noch nicht ganz Gestalt angenommen hat.

Ein kreisförmiges Zentrum, zugleich Sonne, Mond oder inneres Licht, durchdringt horizontale Schichten aus Ocker, Goldgelb, Rot und dunklem Grün. Die Farbbänder wirken wie Sedimente der Zeit, übereinander gelagert, von Erinnerungen durchzogen und von Erfahrungen gezeichnet. Nichts erscheint zufällig. Jede Schicht trägt die Spur dessen, was ihr vorausging.

Die mit Acrylpaste aufgebaute Oberfläche verleiht dem Bild eine beinahe archäologische Präsenz. Licht scheint nicht auf der Fläche zu liegen, sondern aus ihr hervorzutreten. Das Goldgelb bildet dabei keinen bloßen Hintergrund, sondern wird zu einem Raum der Möglichkeit, aus dem sich der Kreis langsam erhebt, als würde Bewusstsein aus der Tiefe aufsteigen.

Der Titel öffnet eine paradoxe Perspektive. Jeder Morgen entsteht aus einem Abend. Jeder Neubeginn trägt die Erinnerung an das Ende in sich. So wird das Bild zu einer Meditation über Wandlung, Reifung und den verborgenen Rhythmus des Lebens. Es erzählt nicht vom Gegensatz zwischen Licht und Dunkelheit, sondern von ihrer gegenseitigen Bedingtheit.

Dieses Werk lädt dazu ein, den Übergängen des eigenen Lebens zu vertrauen. Denn oft beginnt das Wesentliche nicht im grellen Aufbruch, sondern in jenem stillen Moment danach, wenn die Nacht ihren letzten Schatten loslässt und das Licht seinen ersten Atemzug nimmt.

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Kalenderblatt
6. August

Wann fährst du in den Urlaub?

Kalenderblatt vom 6. August
„Wann fährst du in den Urlaub?“
„When will you go on holidays?“
„¿Cuando irás de vacaciones?“

Acryl, Acrylpaste, Pigment auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Nicht jede Reise beginnt mit einem Schritt. Manche beginnen mit einer Frage.

Das Bild zeigt ein schlichtes Boot mit leuchtenden Segeln auf einem stillen Horizont. Über ihm zieht ein schwerer Himmel, unter ihm ruht eine helle Wasserfläche. Links glüht ein rostfarbener Kreis wie Sonne, Erde oder Erinnerung. Alles ist auf wenige Formen reduziert, und gerade dadurch entsteht eine außergewöhnliche Weite.

Die grauen Flächen erzählen nicht nur vom Wetter. Sie sprechen von den inneren Landschaften, die jeder Mensch kennt: Zeiten des Wartens, des Zweifelns, des Suchens. Ihnen gegenüber stehen die goldgelben Segel, die das Licht nicht widerspiegeln, sondern selbst zu erzeugen scheinen. Sie sind Zeichen des Aufbruchs, lange bevor sich das Boot überhaupt in Bewegung setzt.

Bemerkenswert ist die Konstruktion des Schiffes: Der Rumpf scheint beinahe schwerelos im Horizont zu schweben. Als wäre das eigentliche Ziel nicht ein geografischer Ort, sondern ein Bewusstseinszustand. Urlaub wird hier zur Metapher für das Loslassen dessen, was den Menschen an den immer gleichen Kreislauf bindet.

Die reduzierte Geometrie erinnert an archetypische Bildzeichen. Dreieck, Kreis und Horizont erscheinen wie Elemente einer universellen Sprache. Nichts lenkt vom Wesentlichen ab. Jede Form besitzt Bedeutung, jeder Farbton trägt Stimmung.

So verwandelt das Bild eine alltägliche Frage in eine stille philosophische Einladung:

Wann beginnt die Reise, auf die du dich schon so lange vorbereitest?

Vielleicht ist der Urlaub, nach dem wir uns sehnen, kein Ort auf einer Landkarte. Vielleicht ist er jener Augenblick, in dem wir aufhören, gegen den Wind zu leben, und endlich die Segel setzen.

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