Kalenderblatt
24. Oktober

Kalenderblatt 24. Oktober

Das Kalenderblatt zum 24. Oktober

„Embryogenesis“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Das Geheimnis des Werdens

Aus einer dunklen, erdhaften Tiefe tritt eine helle, noch unbestimmte Form hervor. Eingebettet in ein Geflecht aus rauen Strukturen, warmen Rottönen und goldenem Licht scheint sie zwischen Geborgenheit und Aufbruch zu schweben.

Etwas beginnt, Gestalt anzunehmen, ohne bereits zu wissen, was es einmal sein wird.

Die Oberfläche erzählt von Bewegung, Verdichtung und Veränderung. Feine Risse, organische Spuren und durchscheinende Farbschichten lassen einen Prozess erahnen, der sich unserem unmittelbaren Erkennen entzieht. Noch ist nichts abgeschlossen. Alles befindet sich im Werden.

„Embryogenesis“ verweist auf jenen geheimnisvollen Übergang, an dem das Unsichtbare in die Sichtbarkeit tritt. Nicht allein als biologischer Vorgang, sondern als Sinnbild einer inneren Entwicklung, in der sich ein neues Bewusstsein vorbereitet.

Das Licht kommt dabei nicht von außen. Es scheint aus der Form selbst hervorzudringen, als wäre es von Anfang an in ihr verborgen gewesen.

Vielleicht liegt darin das eigentliche Geheimnis jeder Transformation: Das Neue entsteht nicht erst durch das, was wir hinzufügen, sondern durch das, was aus der Tiefe unseres Wesens hervortreten will.

So wird „Embryogenesis“ zu einem Bild des inneren Ursprungs, einer stillen schöpferischen Kraft, die noch keine endgültige Gestalt besitzt und dennoch bereits alles in sich trägt.

Das Werden hat begonnen. Was daraus hervorgeht, bleibt offen.


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24. Oktober

Geburt einer neuen kristallinen Struktur

Kalenderblatt vom 24. Oktober
„Geburt einer neuen kristallinen Struktur“
„The birth of an new crystalline structure“
„El nacimiento de una nueva estructura cristalina“

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellpapier ca. 21 x 15 cm

Die Alchemie des Lichtes

Aus einem tiefen, bewegten Violett tritt eine goldene Struktur hervor. Sie scheint sich zu verdichten, sich zu öffnen und zugleich gegen ihre Auflösung zu behaupten. Ihre Formen erinnern an einen Kristall, an organisches Wachstum, vielleicht auch an etwas, das erst im Begriff ist, Gestalt anzunehmen.

Das Violett umschließt diesen Kern, ohne ihn vollständig zu begrenzen. Dunkle Linien durchziehen die Farbflächen, Strukturen brechen auf, Schichten überlagern sich. Zwischen ihnen entsteht ein Spannungsfeld, in dem sich Auflösung und Neubildung begegnen.

Hier beginnt die Alchemie des Lichtes.

Nicht als äußere Verwandlung, sondern als ein innerer Prozess, in dem das Bestehende seine bisherige Ordnung verliert und eine andere Wirklichkeit sichtbar wird.

Das Gold erscheint dabei nicht als bloßer Gegensatz zur Dunkelheit. Es scheint aus ihr hervorzuwachsen. Was zunächst verborgen war, gewinnt an Gestalt. Was sich aufzulösen scheint, offenbart einen neuen Zusammenhang.

Der Kristallkern der Seele ist kein fertiges Gebilde. Er ist Ausdruck eines Werdens.

In der gnostischen Betrachtung kann dieser Kern als Sinnbild eines ursprünglichen geistigen Prinzips verstanden werden, das im Menschen verborgen liegt. Nicht das gewohnte Ich mit seinen Vorstellungen und Erfahrungen bildet sein Zentrum, sondern die Möglichkeit eines anderen Bewusstseins, das sich jenseits der bisherigen Selbstbegrenzung entfaltet.

So wird das Bild zu einer Annäherung an jene geheimnisvolle Bewegung, in der das Vergängliche zurücktritt und das Unvergängliche an Gegenwart gewinnt.

Das Licht wird nicht erschaffen. Es wird freigelegt.

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