Kalenderblatt
7. November

Kalenderblatt 7. November

Das Kalenderblatt zum 7. November

„Geburt eines Augenblicks im Sonnenkreis“
„Birth of a Moment within the Circle of the Sun“
„Nacimiento de un instante dentro del círculo del sol“

Aquarell auf Aquarellpapier ca 21 x 15 cm

Ein Sonnenkreis schwebt im warmen Licht. Sein rotgoldenes Inneres wird von einem kräftigen blauen Ring umfasst – Glut und Kühle finden zu einer gemeinsamen Mitte. Darunter öffnet sich eine Landschaft, die zwischen Erinnerung und Traum Gestalt annimmt.

Eine erdrote Bewegung durchzieht das Bild, steigt aus der Tiefe empor und führt den Blick ins Helle. Sie lässt an einen Bergrücken denken, an einen Weg oder eine Welle. Die Formen bleiben offen, während sich Gelb, Grün und Blau zu immer neuen Räumen verbinden. Zarte Farbschleier treffen auf dunkle Verdichtungen; kleine ausgesparte Stellen lassen das Papier aufleuchten.

In diesem Wechsel von Fließen und Innehalten wird das Entstehen selbst zum Bildthema. Etwas nimmt Form an, ohne sich schon festzulegen. Der Sonnenkreis gibt diesem bewegten Geschehen einen stillen Bezugspunkt.

„Geburt eines Augenblicks im Sonnenkreis“ erzählt vom leisen Beginn einer Veränderung: Noch ist der Weg unbestimmt, doch das Licht hat die Landschaft bereits berührt. Vielleicht liegt darin die Einladung dieses Aquarells – einen Moment bei dem zu verweilen, was in uns gerade erst Gestalt annimmt.

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7. November

The mountain is calling me

Kalenderblatt vom 7. November

„Der Berg ruft“
„The mountain is calling me“
„El monte esta llamando a me“

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Gelb leuchtet aus dunklen Schichten hervor. Violett öffnet den Himmel, während kantige Spuren und aufgebrochene Flächen dem Gelände seinen Widerstand geben. Eine Landschaft zwischen Aufruhr und Stille: als hätte sich etwas bewegt und wäre noch nicht zur Ruhe gekommen.

Der Berg nimmt darin keine eindeutige Gestalt an. Er erscheint in Graten, in aufragenden Farbflächen, im Wechsel von Verbergen und Sichtbarwerden. Der Blick sucht einen Weg, folgt den geritzten Linien und gerät immer wieder in die Tiefe der dunklen Zonen. Dazwischen bricht Licht durch.

„Der Berg ruft“ gibt dieser Bewegung eine innere Richtung. Was zieht uns hinaus aus dem Vertrauten? Was lässt uns aufbrechen, obwohl der Weg noch ungewiss ist? Der Berg kann zum Gegenüber werden, an dem sich die eigene Sehnsucht nach Weite und Veränderung regt.

Dabei bleibt das Leuchten mit der Schwere der Landschaft verbunden. Das Gelb durchzieht die dunklen Flächen, sammelt sich an ihren Rändern, behauptet sich zwischen den Schichten. Darin liegt für mich die Zuversicht dieses Bildes: Auch im Unwegsamen gibt es etwas, dem wir folgen können.

Vielleicht beginnt der Aufstieg mit einem solchen Augenblick – wenn uns etwas berührt und wir spüren, dass wir uns auf den Weg machen wollen.

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