Kalenderblatt
20. September

Eines Tages

Kalenderblatt zum 20. September
“ Eines Tages „

„One of these days“
„Cualquier día“

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Es gibt Bilder, die einen Ort zeigen, und andere, die von einem Zustand erzählen. „Eines Tages“ gehört zu den Bildern, in denen die Landschaft aufgehört hat, Landschaft zu sein. Erde, Himmel, Feuer und Licht sind nicht mehr voneinander zu trennen. Sie sind zu Materie geworden, zu Erinnerung, zu einer Oberfläche, in der Zeit ihre Spuren hinterlassen hat.

Das Gold ist hier kein Schmuck. Es wirkt wie etwas, das aus der Tiefe hervordringt. Als hätte die Dunkelheit selbst begonnen zu leuchten. Darunter lagern schwere, erdige Zonen, aufgebrochen von Rot, das an Glut, Verletzung oder an eine noch nicht erloschene Kraft erinnert.

Die pastose Oberfläche bewahrt das Geschehene. Risse, Verdichtungen und Überlagerungen werden zu einer Art Gedächtnis der Materie. Nichts erscheint vollkommen abgeschlossen. Alles befindet sich zwischen Vergehen und Entstehen.

Und dann dieser Titel: „Eines Tages“.

Er verspricht nichts Bestimmtes. Er nennt weder Zeit noch Ziel. Vielleicht liegt gerade darin seine Kraft. Denn das Bild erzählt nicht von Erlösung als einem fertigen Zustand. Es erzählt von der Möglichkeit der Verwandlung.

Eines Tages wird aus der Wunde vielleicht Licht.
Eines Tages wird aus der Schwere vielleicht Gold.
Eines Tages.

Nicht heute. Nicht morgen.

Aber die Möglichkeit ist bereits im Bild vorhanden.

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Kalenderblatt
19. September

Kalenderblatt 19. September

Das Kalenderblatt zum 19. September

„Im Feuer der Wandlung – Geburt des inneren Goldes“
“In the Fire of Transformation – Birth of the Inner Gold”
“En el fuego de la transformación – Nacimiento del oro interior”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Das Licht kommt nicht von außen. Es entsteht aus der Verdichtung selbst.

Das Bild öffnet sich zunächst als ein nahezu grenzenloser Raum aus Gelb, Gold und Orange. Doch dieses Leuchten ist nicht ungebrochen. Unter seiner Oberfläche liegen Spuren, Verletzungen, Überlagerungen und dunkle Verdichtungen. Besonders im unteren Bildraum scheint sich Materie anzusammeln, als müsse das Licht erst durch Widerstand hindurch, bevor es sichtbar werden kann.

So entsteht keine einfache Gegenüberstellung von Dunkel und Hell. Das Dunkle wird vielmehr zum Ursprung des Leuchtens. Die schweren Blau-, Rot- und Schwarztöne tragen bereits jene Energie in sich, die sich nach oben zunehmend verwandelt. Farbe wird hier weniger zur Darstellung als zum Vorgang.

<p „>Darin liegt etwas Alchemistisches. Nicht im Sinne einer historischen Symbolsprache, sondern als Vorstellung von Verwandlung: Verdichtung wird Öffnung, Schwere wird Licht, Materie beginnt zu leuchten. Das Gold ist deshalb kein Ziel und keine kostbare Oberfläche. Es erscheint als ein Zustand, der aus dem Bild selbst hervorgegangen ist.

Auffällig bleibt, dass dieser Prozess nicht abgeschlossen wirkt. Im großen gelben Raum sind weiterhin dunklere Spuren, Kratzungen und Bewegungen vorhanden. Transformation bedeutet hier nicht, das Vergangene auszulöschen. Es bleibt eingeschrieben und wird Bestandteil dessen, was neu entsteht.

Vielleicht liegt darin auch die spirituelle Dimension des Werkes. Das Licht erscheint nicht als etwas, das irgendwo jenseits der Welt wartet. Es muss nicht gefunden oder von außen empfangen werden. Es entsteht dort, wo Dunkelheit, Widerstand und Materie verwandelt werden.

Das Bild erzählt deshalb keine Geschichte mit Anfang und Ende. Es hält einen Augenblick fest, in dem etwas bereits begonnen hat und dennoch im Werden bleibt.

Ein Übergang. Eine Verdichtung. Ein Leuchten.

Und vielleicht die leise Erkenntnis:

Was wir für Dunkelheit hielten, trug das Licht bereits in sich.

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