
Kalenderblatt vom 7. August
„Aufbruch zu neuen Ufern“
„The start to new horizons“
„La salida a nuevas orillas“
Aquarell, Acrylpaste auf Bambuspapier ca. 21 x 15 cm
Es gibt Augenblicke, in denen das Alte nicht mehr trägt und das Neue noch keinen Namen hat. Genau diesen schmalen Übergangsraum macht „Aufbruch zu neuen Ufern“ sichtbar.
Im Zentrum leuchtet eine warme, kreisförmige Form wie eine innere Sonne. Sie ist nicht bloß Mittelpunkt der Komposition, sondern erscheint als Quelle von Lebenskraft, Bewusstsein und schöpferischer Energie. Von ihr geht keine explosive Bewegung aus, sondern ein stiller, unaufhaltsamer Impuls.
Um dieses Zentrum legt sich eine weit geschwungene Spiralform. Sie erinnert zugleich an eine Welle, einen Strom, einen schützenden Bogen und einen geöffneten Weg. Die Bewegung führt nicht im Kreis zurück, sondern öffnet sich nach oben. Dadurch erhält die Spirale eine Richtung: Entwicklung statt Wiederholung.
Der feine violette Saum zwischen Kern und Umgebung wirkt wie eine Schwelle zwischen innerer und äußerer Welt. Er verbindet das Sichtbare mit dem Unsichtbaren und verleiht dem leuchtenden Zentrum eine beinahe transzendente Präsenz.
Im oberen Bildraum löst sich Gold in den weißen Raum hinein auf. Es erscheint nicht als dekoratives Element, sondern wie ein Licht, das noch nicht vollständig Gestalt angenommen hat. Es verweist auf Möglichkeiten, die sich erst zeigen, wenn der erste Schritt bereits getan wurde.
Der kleine rote Akzent innerhalb der Spirale setzt einen bewussten Kontrast. Er wirkt wie der Moment der Entscheidung, jener kurze Augenblick, in dem Mut stärker wird als Gewohnheit.
Die große Weite des Bambuspapiers verstärkt diese Wirkung. Das Weiß ist kein leerer Raum. Es ist Offenheit, Zukunft, Möglichkeit. Es schenkt dem Bild Luft zum Atmen und dem Betrachter Raum für eigene Erfahrungen.
„Aufbruch zu neuen Ufern“ erzählt deshalb nicht von einer Reise über das Meer, sondern von einer Bewegung des Bewusstseins. Es erinnert daran, dass jeder wirkliche Neubeginn zunächst im Inneren entsteht. Erst wenn der Mensch bereit ist, den vertrauten Kreis zu verlassen, werden neue Horizonte sichtbar.
Dieses Werk lädt dazu ein, den eigenen Weg nicht aus Angst vor dem Unbekannten zu verlassen, sondern aus Vertrauen in das Licht, das bereits im eigenen Inneren leuchtet.
