Kalenderblatt
17. August

Heute gibt's mal wieder nen fetten Sonnenuntergang

Kalenderblatt vom 17. August
„Heute gibt’s mal wieder nen fetten Sonnenuntergang“
„Another Big Fat Sunset Today“
„Hoy toca otra puesta de sol enorme“

Aquarell, Acrylpaste auf Bambuspapier ca. 15 x 21 cm

Manchmal braucht es keine große Offenbarung.
Manchmal reicht ein fetter Sonnenuntergang.

Die Sonne steht schwer und rotgolden am Horizont, beinahe zu groß für diese stille Landschaft. Sie scheint nicht einfach unterzugehen. Sie behauptet sich noch einmal, bevor der Tag verschwindet.

Das Wasser nimmt ihr Licht auf, zerlegt es in Gelb, Orange, Blau und Weiß und trägt es weiter. Himmel und Wasser beginnen ineinanderzufließen. Für einen Augenblick wird unklar, wo das eine endet und das andere beginnt.

Gerade darin liegt die eigentliche Spannung des Bildes. Der Titel nimmt dem Sonnenuntergang jede falsche Feierlichkeit, während das Bild selbst genau jene Größe zurückholt, über die der Titel ein wenig spottet.

Die große rotgoldene Form kann Sonne sein, aber ebenso Herz, Feuer, Ursprung oder fremder Himmelskörper. Sie steht an einer Grenze: zwischen Tag und Nacht, Sichtbarem und Unsichtbarem, Festhalten und Loslassen.

Die Transparenz des Aquarells trifft dabei auf die körperliche Struktur der Acrylpaste. Leichtigkeit und Materie, Fläche und Tiefe, Ruhe und Energie begegnen sich.

Vielleicht erzählt „Heute gibt’s mal wieder nen fetten Sonnenuntergang“ deshalb weniger von einem Sonnenuntergang als von diesem seltsamen menschlichen Bedürfnis, für das Unfassbare immer wieder ganz gewöhnliche Worte zu finden.

Und manchmal ist „fett“ eben erstaunlich nah an erhaben.

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Kalenderblatt
17. August

Kalenderblatt 17. August

Das Kalenderblatt zum 17. August
„Kosmisches Pulsieren“
„Cosmic Pulsation“
„Pulsación Cósmica“

Aquarell und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

In diesem Werk begegnen wir einer Strahlung, die gleichermaßen aus dem Inneren eines Sterns wie aus dem Inneren der Seele zu kommen scheint. Aus einem glühenden Zentrum breiten sich Rot, Orange und Gold in den umgebenden Raum aus, als würde sich ein Sonnenkörper durch kosmische Nebel hindurch manifestieren.

Die Form besitzt dabei nichts Statisches. Sie scheint sich auszudehnen, zusammenzuziehen und erneut aufzuleuchten. Fast meint man, einen Rhythmus wahrzunehmen, einen kosmischen Herzschlag.

Aus astronomischer Sicht erinnert diese Bewegung an die periodische Veränderlichkeit pulsierender Sterne, deren Helligkeit und physikalische Eigenschaften sich rhythmisch verändern. Doch das Bild verweigert sich einer rein wissenschaftlichen Lesart. Die leuchtende Gestalt kann ebenso als Ursonne, Feuerkelch, kosmische Blüte oder Herz im All erscheinen.

Gerade darin liegt seine Spannung: Das Sichtbare bleibt mehrdeutig.

Die Transparenz des Aquarells trifft auf die körperliche Struktur der Acrylpaste. Licht scheint aus der Materie hervorzubrechen, während dunklere, grau-blaue Flächen das Zentrum wie einen unbestimmten kosmischen Raum umgeben. Dadurch entsteht eine Oberfläche, die das Pulsieren nicht nur sichtbar, sondern beinahe körperlich erfahrbar macht.

„Kosmisches Pulsieren“ bewegt sich an der Grenze zwischen Wissenschaft und Mystik, zwischen Beobachtung und Vision. Das Universum erscheint hier nicht als kalter, leerer Raum, sondern als etwas Bewegtes, Rhythmisches, vielleicht sogar Lebendiges.

Und möglicherweise liegt darin die eigentliche Frage des Bildes:

Pulsiert dort draußen etwas, das auch in uns pulsiert?

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